Mama verdient weniger!

Die ökonomische und strukturelle Lage von Männern und Frauen gestaltet sich in Österreich nach wie vor sehr unterschiedlich. Ein Bericht von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betreffend Abbau von Benachteiligungen von Frauen 2009-2010 (III-251 d.B.), der nun dem Parlament vorliegt, spricht eine deutliche Sprache: Aus den statistischen Kennzahlen geht klar hervor, dass die Brutto- und Nettoeinkommen, Arbeitslosengelder und Pensionen von Frauen merklich unter den Vergleichswerten der Männer liegen. Lediglich in den Bereichen Teilzeitarbeit und Kinderbetreuung verzeichnet man eine prozentuale Mehrbeteiligung.

Zunehmende Maßnahmendichte, kaum verbesserte relevante Kennzahlen
Was die Maßnahmen der Bundesregierung zur Reduktion der Benachteiligung von Frauen anbelangt, konnte im Analysezeitraum eine deutliche quantitative Steigerung (von 172 auf 213 externe ministerielle Maßnahmen) verzeichnet werden. Besonderes Augenmerk legte man dabei auf aktive Frauenförderung im arbeitsmarktpolitischen Kontext, mit der sich auch der gegenständliche Bericht schwerpunktmäßig auseinandersetzt. Die getroffenen Maßnahmen konzentrierten sich vor allem auf Angebote der Beratung und Qualifizierung sowie der Öffentlichkeitsarbeit und richteten sich überwiegend an Mädchen, Arbeitnehmerinnen, Migrantinnen und ältere Frauen.
Trotz dieser Maßnahmenvielfalt konnten in Hinblick auf die relevanten Kennzahlen keine nennenswerten Verbesserungen erzielt werden. Der "Gender Pay Gap" - der Unterschied der Stundenlöhne zwischen Männern und Frauen - hat sich nicht verringert.
Im "Care Sektor", der unbezahlten, familienorientierten Pflege- und Betreuungsarbeit tragen Frauen noch immer die Hauptlast.

Ökonomische und soziale Gleichstellung: Die Ampel steht auf Rot
Um den Status der ausgemachten Problemfelder zu verdeutlichen, wählt der Bericht die Darstellungsform der Ampel. Während diese in Hinblick auf den Ausbau des kulturellen Kapitals und das Aufschließen in der Erwerbstätigkeit auf Grün steht, zeigt sie in Bezug auf die ökonomische und soziale Gleichstellung von Frauen Rot.

Seit 10 Jahren Vorletzter
Der seit rund 10 Jahren hat sich der Einkommensunterschied zwischen Männer und Frauen in Österreich nicht verändert. Damit sind wir Vorletzter im EU-Vergleich.

Gläserne Decke in Österreich steinhart
2010 belief sich in Österreich der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Wirtschaft auf 30%, das ist klar unter dem EU-Durchschnitt.